Schutz der Haustür

Gefahrenstelle Haustür

Grundsätzlich sollte die Tür nicht nur nach ihrem Türschloss auf Sicherheit beurteilt werden. Die Tür ist nur so sicher, wie ihr schwächstes Bauteil. Dazu zählen die Bänder bzw. der Scharnierseitenschutz, Zusatzschlösser, Wandverankerungen und andere Komponenten.

Zur Einbruchsicherung von Türen sollte man sich noch vor der Schlosstechnik mit der Prüfung der Bänder und Scharniere befassen. Liegen die Bänder außen, können innen zusätzliche Scharnierseitensicherungen angebracht werden, um so das Aufhebeln der Tür zu verhindern.

Das Schloss selbst, sollte generell eine Sicherheit gegen Aufbohren, Ziehen, Abbrechen oder anderen Angriffsszenarien bieten. Natürlich darf es sich auch nicht mit einem falschen Schlüssel überwinden lassen. Handelt es sich um eine mit Glas versehene Tür, sollte dieses natürlich auch möglichst durchbruchsicher sein.

Hausschlüssel

Grundsätzlich werden Schließzylinder nach der jeweiligen Schlüsselform benannt. Die Form entspricht in ihrer Konstruktion dem vorgesehenen Zuhaltungssystem des Zylinders. Damit nicht jeder Schlüsseldienst den Haustürschlüssel kopieren kann, gibt es einen Kopierschutz. Solche Schlüssel sind nur vom Hersteller erhältlich und benötigen ein Legitimationsverfahren.

Das klassische Schlüsselsystem, auch Flachschlüssel genannt, ist wohl am bekanntesten. Eine weitere Art ist der Wendeschlüssel, welcher seinen Namen daher hat, dass er waagerecht oder senkrecht, beliebig um 180° gedreht eingeführt werden kann.

Außerdem gibt es noch Schlüssel für Schließzylinder mit Magnetzuhaltungen, bei denen der Schließvorgang über Sperrschieber oder Sperrnocken gesteuert wird. Schlüssel für Schließzylinder mit Scheibenzuhaltung besitzen rotierende Scheiben mit Einkerbungen im Zylindergehäuse.

Schutzbeschlag

Der Schutzbeschlag dient der Sicherheit des durch die Tür gesicherten Raumes, indem er den Profilzylinder und das Einsteckschloss gegen unbefugte mechanische Manipulation schützt. Die einfache Variante ist in puncto Einbruchsicherung eher ungenügend.

Wesentlich mehr Sicherheit bietet hier ein geprüfter, einbruchhemmender Schutzbeschlag, der das Abdrehen, Durchschlagen oder Ziehen des Schließzylinders wesentlich erschwert. Der Schließzylinder muss durch den Schutzbeschlag eng umschlossen und von innen stabil verschraubt sein.

Schutzbeschlag-Typen (Einteilig/Zweiteilig)

Der einteilige Schutzbeschlag besteht aus einem einzigen Blech, welches auf dem Griff und dem Schließzylinder liegt. Bei dem zweiteiligem Schutzbeschlag liegt je ein Blech um den Zylinder und eines um den Griff. Im Endeffekt besteht nur ein optischer Unterschied. Welchen Typ sie wählen, hat keinen Einfluss auf den Grad der Einbruchsicherung.

Falsch verbaut (Abschraubbar oder überstehend)

Ein überstehender Zylinder oder ein Beschlag der sich leicht abschrauben lässt, ist für jeden Einbrecher ein leicht erkennbares Ziel. Der Objektschutz ist gleich Null und nicht nur den Profis wird das Einbrechen leicht gemacht.

Kernziehschutz

Der Kernziehschutz dient der Einbruchsicherung und verhindert, dass der Zylinderkern herausgezogen werden kann. Eine gängige Methode hierfür ist das Einbringen eines Splintes oder einer Schraube in den Zylinder, um so den Zylinder aus dem Schloss ziehen zu können.

Oft können zusätzliche Maßnahmen als Sicherheit in den Zylinder eingebaut werden. Zum Beispiel können Platten installiert werden, die die Einbaufläche des Zylinders so vergrößern, dass dieser nicht mehr durch die Lochung der Garnitur passt.

Bandsicherung

Für die Objektsicherung ist die Bandsicherung enorm wichtig. Das beste und teuerste Schloss nutzt nichts, wenn man die Tür einfach aus der Wand hebeln kann. Durch eine gute Bandsicherung erhöht sich der Widerstandswert eine Haus- oder Wohnungstür entscheidend.

Die „Türangeln“ sind häufig nur mit einem Trägerbolzen im Türblatt und in der Zarge befestigt. Damit diese dann nicht einfach herausgebrochen oder –gerissen werden können, erhöht die Bandsicherung den Widerstand an diesen Stellen. Speziell wenn die Bänder außen liegen, wird ihnen der Sicherheitsberater eine Verstärkung empfehlen.

Es gibt Bandsicherungen, die in die Eingangstür eingelassen werden und andere, die von innen auf das Türblatt geschraubt werden. Eine zusätzliche Sicherheit ist gewährleistet, wenn die Bandsicherung mit Mauerankern in einer stabilen Wand befestigt wird. Da der Einbau relativ aufwändig ist, sollte das ein Fachmann übernehmen.

Mehrfachverriegelung

Die Mehrfachverriegelung bietet eine wesentlich höhere Einbruchsicherung. Wie in einem Tresor, bietet eine Sicherung an mehreren Punkten einen höheren Widerstand gegen Einbrecher. Es gibt zum Beispiel die 3- und 5-fach Verriegelung, je nachdem wieviel zusätzliche Verriegelungen ober- und unterhalb des Hauptschlosses sind.

Das gestiegene Bedürfnis an Objektschutz, verlangt immer mehr nach einer Mehrfachverriegelung. Diese werden in der Fachsprache auch Türgetriebe genannt. Die Bauweise ist im Gegensatz zu dem üblichen Einsteckschloss wesentlich komplizierter, was die Lebensdauer teilweise auf unter zehn Jahre drückt. Hier ist gute Qualität gefragt. Mit etwas handwerklichem Geschick und dem richtigen Werkzeug, lassen sich allerdings auch viele technische Probleme selbst beheben.

Querriegelschloss

Beim Thema Einbruchsicherheit kommt man an dem Querriegelschloss nicht vorbei. Es bietet eine Sicherung auf der Schloss- und Bandseite gleichzeitig. Zudem stärkt es das Türblatt und ist von außen in der Mitte der Tür zu erkennen. Das hat eine abschreckende Wirkung für den Einbrecher und erhöht so die Sicherheit immens.

Wie viele andere Zusatzschlösser auch, wird das Querriegelschloss ungefähr 30 cm unterhalb des Hauptschlosses angebracht. Das hat den Grund, dass die meisten Angriffe auf die Tür in diesem Bereich erfolgen. Querriegelschlösser können, wie Kastenschlösser auch, zusätzlich mit einem Sperrbügel ausgestattet werden. Die Einbruchsicherheit des Schlosses wird durch ein stabiles Türblatt erhöht.